Sonntag, 13. April 2014

Sie hatten keine Chance auf ihr Leben - die Kinder von Izieu

 
 
ב"ה
 
 
 
Ziemlich genau auf den Tag vor 70 Jahren fiel der Gründonnerstag des Jahres 1944 auf den 6. April. Zwei Tage später, unmittelbar nach Ende des Schabbat, begann das Pessachfest.
Die Kinder und ihre Betreuer im Maison d`Izieu werden an diesen Tagen besonders intensiv an die vergangenen Jahre gedacht haben. Die ältesten Kinder haben sich wahrscheinlich noch an den festlich gedeckten Tisch erinnert, an das Vorlesen der Pessach Haggada und an die ganz spezielle Stimmung an diesem einen Abend im Jahr, die in der Frage gipfelt: „Was unterscheidet diese Nacht von allen anderen Nächten?“ Das Wort Pessach leitet sich sprachlich vom Verb vorübergehen ab. פָּסַח = passach, er ging vorüber. Das erinnert an die gekennzeichneten Türstöcke der Hebräer in Ägypten, die ihre Erstgeborenen schützten, während in allen anderen Häusern die Erstgeborenen starben.
 
Die Haggada beschreibt den Exodus der Hebräer aus Ägypten, den Anfang eines langen Weges, der die Sklaven Pharaos unter der Führung von Moses während 40 Jahren in der Wüste zu einem Volk mit einer eigenen Identität formt. Am Ende werden sie als freies Volk das ihnen verheißene Land betreten.
 
Die Kinder von Izieu sollten das Pessachfest 1944 nicht mehr erleben. Sie durften den Geschmack der Freiheit nicht mehr kennenlernen.
Seit 1943 lebten insgesamt 105 Kinder im Alter zwischen 4 und 16 Jahren, versteckt vor den Nazischergen in einem alten Bauernhaus in Izieu, einem kleinen Weiler hoch oben im Rhonetal, 80 südlich von Lyon. Ihre Eltern waren interniert, verschleppt und großteils ermordet worden.
Gegründet wurde das Haus von Sabine und Miron Zlatin mit Unterstützung des Oeuvre de Secours aux enfants, welches 1912 als jüdisches Kinderhilfswerk gegründet wurde und heute noch aktiv ist.
Sabine und Miron Zlatin
 
Ebenfalls maßgeblich beteiligt an der Gründung des Kinderheimes war Pierre-Marcel Wiltzer, der Unterpräfekt von Belley. Sowohl ihm, als auch anderen Lokalpolitikern war zu jedem Zeitpunkt bekannt, dass es sich bei den Kindern um jüdische Halbwaisen und Waisenkinder handelte.
Izieu befand sich 1943 in der von Italien besetzten Zone Frankreichs und war so vor den Zugriffen der Nazis relativ gut geschützt. Insgesamt finden 105 Kinder und Jugendliche an diesem angelegenen Ort Schutz. Sofern es möglich ist, werden sie an sicheren Orten zu Familien gebracht, die sie aufnehmen, oder können in die Schweiz geschleust werden.
 
 
Die Kinder von Izieu kamen aus ganz Europa. Einige blieben nur wenige Wochen und Monate, für andere wurde der Hof das letzte Zuhause.
Bereits im September 1943 kapitulierte Italien, Deutschland marschierte in die ehemalige italienische Zone ein. Wieder begann die Angst, entdeckt oder verraten zu werden.
Betreut wurden die Kinder von sieben Erwachsenen:
Sabine Zlatin, 44,  hielt Kontakte mit Hilfsorganisatoren und soweit als möglich mit kommunalen Behörden.
Miron Zlatin, 47, Leiter des Hauses und Verantwortlicher für alles Organisatorische
Lea Feldblum, 27, Betreuerin, für die Kinder die unmittelbare Bezugsperson
Suzanne Reifmann, 36, Ärztin
Eva Reifmann, 61
Moise Reifmann, 63
Lucie Feiger, 49
Mina Friedler, 32
 



Dazu kamen noch Mitarbeiter, die nur zeitweise auf dem Hof arbeiteten. Eine von Ihnen war Renée Pallares, der es gelang, die 3 Jahre alte Diane Popowski zu verstecken. Bei zwei anderen Familien im Weiler wurden drei weitere Kinder versteckt. Ihre Namen standen nie auf den Listen von Miron Zlatin, die Namen der mutigen Familien sind leider nicht bekannt.
 
Das Leben auf dem Hof war hart, es gab keinen Luxus. Und trotzdem sind die Kinder zufrieden mit dem, was sie haben. Geheizt wird im Winter 43/44 mit wenigen Heizöfen, fließendes Wasser gibt es nicht. Waschen konnte man sich nur am Brunnen im Hof. Im Winter wurde ein Kessel mit Wasser in die Eingangshalle gebracht und aufgeheizt. Längst nicht jedes Kind hat ein Bett, die Spendenfreudigkeit ist zu diesem Zeitpunkt des Krieges schon deutlich eingeschränkt. Auch mit den vierzig zugeteilten Essensmarken konnten die Kinder nicht ausreichend ernährt werden.
 
  
 
 
 
 
 
 

So sah man Miron tagtäglich in der mit dem Velo erreichbaren Umgebung, um zusätzliche Lebensmittel zu finden. Die Kinder lernten auch, einen eigenen kleinen Gemüsegarten anzulegen.
 
 
 
Während die älteren Kinder sich durchaus der Gefahr, in der sie permanent schweben und der Aussichtslosigkeit bewusst sind, verstehen die jüngeren Kinder die Tragik nicht. Berührendes Zeugnis davon legen Zeichnungen und Aufzeichnungen ab, die nach der Deportation im Maison d’Izieu gefunden werden und die heute den Grundstock der Sammlung bilden.
 
Georges Halpern aus Wien
 
Eines der Kinder, Georges Halpern, geboren in Wien, damals 8 Jahre alt, schrieb an seine Mutter: „Chère Maman! Ich sende dir 10.000.000.000 Küsse, dein Sohn, der dich sehr lieb hat. Es gibt große Berge und das Dorf ist sehr hübsch. Es gibt viele Bauernhöfe und wir suchen Schwarzbeeren und Himbeeren und weiße Maulbeeren. Ich umarme dich von meinem ganzen Herzen. Georgy.“
Eine der Betreuerinnen aus dem Sommer 1943, Paullette Pallarés-Roche, ich weiß nicht, ob sie ident ist mit der oben genannten Renée, schreibt: „Jeden Abend ging ich von Matratze zu Matratze, ich musste Geschichten erzählen, denn die Jungs wollten alle eine Geschichte erzählt bekommen, jeder wollte seine eigene Geschichte haben. Und da unter dem Fenster stand dann Emil, 5 Jahre (Zuckerberg). Hier ging meine Tournee dann zu Ende, ich musste Emil beim Einschlafen helfen. Es war ein kleiner blonder Junge mit blauen Augen, er trug immer blaue Kleidung. Er war goldig und einfach reizend. Er war so geschockt, weil er mit ansah, wie seine Eltern verhaftet wurden.“
Ein anderer Jugendlicher, Henry Alexander dürfte wohl nur für kurze Zeit in Izieu gewesen sein, sein Name steht nicht auf den Deportationslisten. Offensichtlich war er befreundet mit dem etwa gleichalten Theodore Reis. „Sprachen wir über unsere Eltern oder unsere Vergangenheit, über solche Dinge? Ich weiß, dass wir über die Zukunft sprachen, unsere Hoffnung war groß. Wir sprachen über unsere Zukunft, dass wir überleben würden, heiraten würden und eine Familie gründen würden. Theo und ich wussten, dass wir unsere Familie nicht mehr wiedersehen würden, sollten wir sie wiedersehen, wäre das wirklich ein Wunder.“
Am Morgen des 6. April 1944 verließ der Mann, der als Schlächter von Lyon bekannt wurde, sein luxuriöses Quartier in Lyon und machte sich auf den Weg nach Izieu. Wer die Kinder verraten hat, ist bis heute nicht endgültig geklärt.
Klaus Barbie brüstete sich noch am gleichen Abend in einem Fernschreiben:
 
LYON 6. April 1944 – 20h10
 
An: BDS – ABTL 4B - Paris
 
Betreff: Jüdische Kinderkolonie – Izieu – Ain
 
Heute Morgen ist das jüdische Kinderheim „Kinderkolonie“ in Izieu-Ain abtransportiert worden. Insgesamt einundvierzig Kinder im Alter von drei bis dreizehn Jahren. Ferner ist das gesamte jüdische Personal, d. h. zehn Personen, davon fünf Frauen, verhaftet worden. Es konnten weder Bargeld noch sonstige Wertgegenstände sichergestellt werden.
 
Der Abtransport nach Drancy findet am 7. April 1944 statt.
 
Der Befehlshaber der Sipo-SD, Lyon 4 B 61/43, im Auftrag von SS Leutnant Barbie.
 
Damit war das Schicksal der Kinder von Izieu besiegelt. Es wurde präzise angeführt, welches Kind mit welchem Transport nach Auschwitz gebracht wurde.
Am 13. April 1944 werden im Transport Nr. 71 34 Kinder und 4 Betreuer von Drancy nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Unter ihnen auch Lea Feldblum, die noch an der Rampe von Auschwitz versuchte, die Kinder zu retten. Sie überlebte im Arbeitslager und wird Jahre später eine der wichtigsten Zeugen im Prozess gegen Klaus Barbie sein.
Die anderen Kinder und Betreuer werden mit den Transporten 72, 74, 75 und 76 nach Auschwitz Birkenau gebracht und gehen bereits an der Selektionsrampe den Weg in den Tod.
Miron Zlatin und die zwei ältesten Kinder werden mit dem Transport 73 nach Estland deportiert und dort erschossen.
Bei den Erwachsenen gab es zwei Überlebende.
Sabine Zlatin, die sich am Tag des Überfalls nicht in Izieu befand. Als sie mit einem Telegramm von der Deportation erfuhr, versuchte sie alles Menschenmögliche, die Transporte zu stoppen. Aber, man muss es sagen, die Versuche waren gut gemeint, aber naiv. Sie wird später im Prozess gegen Klaus Barby aussagen.
Lea Feldblum wurde gemeinsam mit den Kindern deportiert. Ihre gefälschten Papiere, die ihr das Leben hätten retten können, benutzte sie nicht. Im Gegenteil. Sie gab sich als Jüdin zu erkennen. In Auschwitz angekommen, kam sie in das Arbeitslager und wurde medizinischen Tests missbraucht. Nach der Befreiung des Lagers im Januar 1945 kehrte sie über Odessa nach Frankreich zurück und wanderte von dort aus nach Palästina aus. Auch sie sagte 1987 im Prozess gegen Barbie aus.
Zu Schluss möchte ich Reinhard Mey Raum geben für sein Chanson: „Die Kinder von Izieu."
 
 
 
Ich verzichte diesmal wegen der Vielzahl der Quellen auf eine direkte Verlinkung und führe die Links hier an:
 
http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/biography/Feldblum.html


Dienstag, 8. April 2014

Lügen als Straftat und als Mittel zum Zweck?

B"H

Wir kennen das Gebot nicht zu lügen, oder wie es auch formuliert wird, „falsches Zeugnis abzulegen“ aus den zehn Geboten der Thora und aus dem Neuen Testament. Lügen gehören im Judentum und im Christentum zu den verwerflichen, strafbaren Handlungen. Auch der Buddhismus fordert, „nur die Wahrheit zu sprechen“, räumt aber ein, dass unangenehme Wahrheiten nicht unbedingt ausgesprochen werden müssen.

Ganz anders der Islam. Einem der bedeutendsten Theologen, Abu Hamid al-Ghazali (1059 – 1111),  wird die nachfolgende Aussage zugeordnet: Wisse, dass die Lüge in sich nicht falsch ist. Wenn eine Lüge der einzige Weg ist, ein gutes Ergebnis zu erzielen, ist sie erlaubt. Daher müssen wir lügen, wenn die Wahrheit zu einem unangenehmen Ergebnis führt“.

Napoleon sah das ähnlich: „Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt!“ Der größte Kriegsherr seiner Zeit wollte gewinnen, immer und überall, bei seinen politischen und amourösen Eroberungen.



Heinrich Heine hat es ganz trefflich formuliert:

Gott gab uns nur einen Mund, 

Weil zwei Mäuler ungesund.

Mit dem einen Maule schon

Schwätzt zu viel der Erdensohn.

Wenn er doppelmäulig wär, 

Fräß und lög er auch noch mehr.

Hat er jetzt das Maul voll Brei, 

Muß er schweigen unterdessen, 
.
Hätt er aber Mäuler zwei, 
.
Löge er sogar beim Fressen.

Er hat es erkannt, das Lügen liegt in der Natur des Menschen. Man lügt, um besser dazustehen, um anzugeben, um sich selbst oder andere zu schützen, um die Wahrheit zu vertuschen, um andere zu manipulieren, um sich einen Vorteil oder Gewinn zu verschaffen, aus Angst vor Strafe ... die Liste ließe sich nahezu beliebig fortsetzen.

Die Lüge an und für sich ist kein Problem, solange durch sie niemand geschädigt wird. Da vereinfacht sie vielleicht unter bestimmten Voraussetzungen sogar die zwischenmenschliche Kommunikation. Wie würden Sie z. B. reagieren, wenn Ihnen jemand auf die meist inhaltslose Frage „Wie geht es dir?“ erzählen würde, welche Probleme und Sorgen ihn gerade plagen? Ihr Zeitplan käme ganz schön durcheinander!

Ich komme zurück zur Aussage von Abu Hamid al-Ghazali.

Der Begriff der Propagandalüge ist nicht erst seit den Nationalsozialisten bekannt, schon im alten Rom wurden sie erfolgreich eingesetzt, um das Volk in Unwissenheit zu halten, auch die katholische Kirche setzte sie schon früh ein, um andere, nicht erwünschte Religionen und Gruppen zu diffamieren und zu unterdrücken. Um also ein unangenehmes Ergebnis, meist Freiheitsbestrebungen zu vermeiden.

Seit Jahren betreibt die israelische NGO Breaking the silcence gezielte Desinformation. Eine Gruppe von Veteranen der kämpfenden Truppen sammelt sogenannte „Augenzeugenberichte“ von jungen Soldaten, die im WJL, Gaza und Ostjerusalem eingesetzt waren (Gaza von 2000 bis 2005), archiviert sie akribisch und organisiert Vorträge und Informationsveranstaltungen im WJL und im Ausland. Vermittelt werden soll das, in ihren Augen ausschliesslich hässliche Gesicht der IDF.

Zielgruppe sind Menschen, die sich selber kein Bild über die Arbeit und den Alltag der IDF machen wollen oder können. Die das, was sie hören in sich aufsaugen und unreflektiert weitergeben, als angebliche Wahrheit.

Finanziert wird diese Gruppe unter anderem von:

AECID, eine spanische Regierungsstelle, die im Jahr 2012 „Breaking the Silence“ als „palästinensische NGO (!)“ bezeichnet, mit 855.000 NIS (ca. € 150.000) gesponsert hat.

Dan Church Aid, unterstützte die „palästinensische NGO“ (=Breaking the Silence) mit € 27.000.

Delegation of the EU to Israel, ein offizielles Gremium der EU, war mit € 112.000 dabei.

Foundation for Middle East Peace, eine private US amerikanische Organisation, die für Promoting a just solution to the Israeli-Palestinian conflict, peace and security to both peoples Foundation steht, auf ihrer Webseite aber nur über Siedlungen spricht, ließ sich ihr Mitdabeisein immerhin noch ca. € 5.000 kosten.

Open Society Institute, federführend ist der jüdisch stämmige Georges Soros, der sich neben seinen weltweiten Finanzmanipulationen besonders für Palästina einsetzt. Sein Einsatz war ihm € 16.000 wert. Peanuts, gemessen an dem, was er sonst noch so finanziert.

ICCO, eine niederländische NGO, ein Konglomerat christlicher Kirchen, die sich den landwirtschaftlichen Problemen in Krisengebieten dieser Welt, ergo auch in Palästina, verschrieben hat. Im Jahr 2012 betrug die Summe der Unterstützungsgelder € 30.000.

Insgesamt wurden in der Bilanz 2012 der NGO „Breaking the Silence“ mehr als ½ Million € als Spenden ausgewiesen, wobei, macht man sich die Mühe, die Zahlen genauer anzuschauen, es schon zweifelhafte Unregelmäßigkeiten gibt. Aber dafür sind die Finanzämter zuständig.

Auf einen Spender möchte ich noch besonders hinweisen. Es handelt sich um den NIF, den New Israel Fund. Auf der Homepage geben sich eine strahlende Muslima und eine etwas verkniffen dreinschauende religiöse Jüdin die Hand, darüber kann man lesen: „Sag Ja zu einem besseren Israel.“ New Israel Fund, das klingt gut, das klingt nach einem neuen starken Israel, so wird es auch auf der Webseite angepriesen. In Tat und Wahrheit werden jedoch soziale und politische Spendenempfänger finanziert. Insbesonders auch Gegner Israels. Die erkennbare Spendenhöhe lag nur bei € 16.000, jedoch muss daran gedacht werden, dass der NIF wiederum ein Finanzgeber an die anderen Spenderorganisationen ist. 

Tatsächlich liegt die Absicht des NIF ganz woanders: in einer finanziell gut abgesicherten, auf lange Zeit ausgerichteten Aktion, um Israel, ganz besonders aber die IDF zu diffamieren und zu delegitimieren. Edwin Black legt in seinem neuen Buch „Financing the flames“ die Zusammenhänge zwischen den aktivistischen NGOs im In- und Ausland und ihren Finanzgebern offen. Und wieder, erwartungsgemäß, stößt man auf den Namen Georges Soros mit seiner „Open Society Foundation“. Organisationen, die alles dransetzen, den Frieden zwischen Israel und der PLO zu torpedieren. Man trifft auf Mitgliedsstaaten der EU, die Spendengelder via ihren Botschaften sozusagen unter dem Tisch durch direkt an die Empfänger weiterleiten. Ganz ohne Bankbeleg, ohne nachzufragen, in welche Kanäle das Geld eingespeist wird. Es sind Gelder im zweistelligen Millionenbereich, die so Jahr für Jahr an den Aufsichtsbehörden vorbeigeschleust werden.

Vielleicht durchaus in guter Absicht, vielleicht stehen dahinter auch ganze andere, gar nicht mehr philanthropische Ziele. Nein, es sind knallharte wirtschaftliche und politische Interessen, die sich dahinter verbergen.

Der NIF unterstützt unter anderem nicht nur die NGO „Breaking the silcence“, sondern auch „B’tselem“, eine Gruppe von sogenannten Friedensaktivisten, die vor allem im WJL agiert. Die 1.500 Videokameras, die Woche für Woche zum Einsatz kommen, wenn es in den Dörfern im WJL wieder zu geplanten Demonstrationen kommt, sind kleine Geschenke von B’tselem, gezahlt vom NIF.

Auffallend ist, dass sich in der Liste der Spender keine einzige israelische Organisation findet! 

„Breaking the silence“ ist für mich das abscheulichste Sammelwerk, das nur einen einzigen Zweck hat: die IDF zu diskreditieren. Ich werde hier kein Beispiel der verlogenen Zeugnisse einstellen.

Am 31. März dieses Jahres fand an der Washington University in St. Louis (USA) eine Veranstaltung statt, an der ein ehemaliger Soldat der IDF, Hen Mazzig, der ebenfalls im WJL gedient hatte, als Zuhörer teilnahm.

Der von „Breaking the silence“ ausgewählte ehemalige Soldat, Oded Na’aman berichtete, wie Israelische Soldaten dazu ausgebildet werden, Palästinenser, einzeln und kollektiv als Volk zu unterdrücken. Wie sie Palästinenser im WJL systematisch misshandeln. Und wie sie es gelernt hätten, den Palästinensern Angst vor unseren Soldaten beizubringen. Er argumentierte damit, dass die Palästinenser keine zivilen Rechte hätten, und dass das Jüdische Volk, das jetzt einen eigenen Staat hat, diese Macht missbraucht, um die Palästinenser zu unterdrücken.

Hen Mazzig, der bei StandWithUs aktiv ist, hat ganz andere Eindrücke während seinem Dienst in der IDF gewonnen. Er diente während der Zeit der Zweiten Intifada in Hebron (2000 bis 2005). Sogar während dieser Zeit stand die Beachtung der Rechte der Palästinenser, die sich doch selber, durch die gewaltsamen Angriffe gegen Zivilisten, zu Feinden Israels gemacht hatten, im Fokus aller IDF Aktivitäten.

Der BtS Aktivist vergaß bei seinem Bericht ganz und gar, dass es besonders zu dieser Zeit wichtig war, unsere eigene Bevölkerung zu schützen. Und dass es dabei leider auch immer wieder zu teils auch gewaltsamen Festnahmen von Terrorverdächtigen oder Terroristen kam.

War bekannt geworden, dass ein neuer Anschlag unmittelbar bevorstand, und war es gelungen, einen Mittäter festzunehmen, so musste er schnell befragt werden. Der oft kritisierte Film: „The Gatekeepers – töte zuerst“ dokumentiert eine solche Szene. Natürlich werden in einem solchen Fall keine Samthandschuhe angezogen. Und trotzdem, so erklärte Hen Mazzig, mussten die Genfer Konventionen beachtet werden. Andernfalls wurden die Soldaten für ihr Fehlverhalten von der IDF bestraft.

Warum agiert ein ehemaliger Soldat im Ausland gegen das Militär und gegen die Sicherheitskräfte seines Heimatlandes? Wenn er Kritik zu äußern hat, was legitim ist, Israel ist eine Demokratie, warum tut er das dann nicht in Israel?

Hen Mazzig sieht dafür nur einen Grund: Er wird von Gruppen wie BtS, hinter denen der mächtige NIF steht, wie ein Tanzbär am Nasenring vorgeführt. Das einzige Ziel ist es, Israel in den Augen der Welt als Übeltäter dastehen zu lassen!

Direkte Fragen waren an diesem Abend in St. Louis nicht gestattet. Diese mussten auf einen Zettel geschrieben werden und wurden je nach Gutdünken der Veranstalter freigegeben.

Oder auch nicht.



Sonntag, 30. März 2014

Im Sport heißt es nun wohl bald 7:0. Wie auch ein Nein zum Sieg führen kann.

B"H





Im letzten Sommer machte sich Staatssekretär John Kerry auf den Weg, die Friedengespräche zwischen Israel und den Palästinensern wieder einmal anzukurbeln. Neun Monate sollten die Parteien Zeit haben, sich über die Rahmenbedingungen für die anschließenden Friedensverhandlungen zu einigen.

Acht Monate sind verflossen, nichts hat sich bewegt.

Dass dies am zu geringen Reiseaufkommen Kerrys liegt, kann nicht bestätigt werden. Wenn er als Politiker Meilen sammeln würde, so hätte er nach einer einzigen Reise bereits die Minimalanforderungen für den Frequent Flyer Status erreicht.

Kommt Kerry nach Jerusalem, geht es natürlich nicht um solch lapidare Dinge. Da werden Straßen gesperrt, ganze Etagen in den Hotels reserviert, kurz, die Stadt gerät in Hektik. Andere Staatsgäste kommen und gehen nach einem vorher detailliert festgelegten Plan. Bei Kerry weiß niemand, wie die Reise weitergeht. Deshalb ist es schwierig, ihn vor Terrorattentaten zu schützen.

Gut, wenn am Ende steht, was der Spiegel Altkanzler Kohl am 03.09.1984 zitierte: Entscheidend ist, was hinten rauskommt.“  dann haben sich alle Mühen gelohnt!

Bisher sieht es allerdings nicht danach aus, als wäre ein mit Erfolg gekröntes Ende der Gespräche in Sicht.

Es kommt mir so vor, als säße unsere Regierung, ebenso wie die entscheidungsunwillige Politspitze in Ramallah jeweils in einem Hamsterlaufrad. Und da rennen und rennen sie, ein Ziel vor Augen, das sie kennen, das aber mehr und mehr zur Fata Morgana wird, je angestrengter sie laufen. Irgendwann wird den Friedens-Spitzen-Sportlern die Luft ausgehen. Vielleicht schaffen sie es noch, die weiße Fahne zu hissen, vielleicht kippen sie aber auch einfach beide aus dem Laufrad. Das wäre dann wohl das wirkliche Ende eines langen, mühevollen und letztlich erfolglosen Friedensprozesses.

Ende Juli 2013 wurden die Gespräche aufgenommen und auf neun Monate beschränkt. Alle Beteiligten gaben sich vor laufenden Kameras hoffnungsvoll, sie nannten es „vorsichtig optimistisch“. Die Wiederaufnahme der Gespräche sollte an keine Vorbedingungen auf beiden Seiten geknüpft sein.




Die palästinensische Seite wird weiterhin von PA-Präsident Dr. Mahmut Abbas vertreten. Er verfügt zwar schon seit Jahren über kein offizielles Verhandlungsmandat mehr, nimmt dieses aber, mangels eines Nachfolgers im Amt, weiterhin unverdrossen wahr. Und so verfügte er auch, dass die Gespräche erst beginnen werden, wenn Israel sich zur Freilassung von 104 Häftlingen bereit erklärt. Es handelt sich bei diesen um rechtmäßig verurteilte Terroristen aus der Zeit vor den Oslo Verhandlungen. Die letzte Gruppe hätte gestern freigelassen werden sollen.

Nun wurde die Freilassung ohne Bekanntgabe eines neuen Termins von Israel verschoben. Der Hintergrund ist die Androhung von Präsident Mahmut Abbas, die ins Stocken gekommenen Gespräche nicht über den 29. April hinaus fortzuführen zu wollen. Außer, Israel würde weitere Gefangene freilassen, die bisher nicht auf der Agenda standen, darunter auch Marwan Barghouti.

Präsident Mahmut Abbas, der arabische Mister Njet, gibt sich selber und seinen Ghostwritern noch ein wenig Zeit, um an seinem geplanten Auftritt vor der UN zu feilen. Das ist es, was er als Zugeständnis vor Beginn der neuen Gesprächsrunde gemacht hatte: keine weiteren Anträge, welcher Art auch immer an die UNO zu stellen. Und nun hat er die Katz aus dem Sack gelassen, welcher Antrag auf der Agenda steht. Die volle Anerkennung als souveräner Staat.

Barghouti ist so etwas wie der Joker im Ärmel von Präs. Mahmut Abbas. Er ist der unbestrittene Held der Palästinenser, im Guardian wurde er gar als Nelson Mandela Palästinas bezeichnet. Die Palästinenser sehen in ihm einen Hoffnungsträger, der den Friedensprozess vorantreiben könnte, Präsident Mahmut Abbas sieht in ihm seinen potenziellen Nachfolger.

Bereits im Jahr 2007 hat die Knesset eine möglich Begnadigung des zu fünffach lebenslanger Haftstrafe verurteilten Mörders und Terroristen abgelehnt.

Die Antwort aus Ramallah auf die Verzögerung der Freilassung ließ nicht lange auf sich warten. Ohne die sofortige Freilassung der Gefangenen würde die Gespräche als sofort beendet angesehen werden. Allerdings, so ließ er verlautbaren, würde er nicht sofort mit geeigneten weiteren Maßnahmen reagieren. Zumindest nicht unmittelbar.


PM Benjamin Netanjahu kündigte bei der heutigen Sitzung in der Knesset an, man hoffe, das durch die Verzögerung entstandene Probleme innerhalb der nächsten Tage lösen zu können, und hielt fest, dass von diesem Deal beide Seiten etwas haben müssten.

Knapp einen Monat vor dem geplanten Ende dieser Gesprächsrunde konnten die Hauptpunkte noch nicht geklärt werden:

Stationierung der IDF im Jordantal zur Sicherung der Grenzen nach Osten.
Nicht nur diese essenzielle Forderung Israels wurde von der PA abgelehnt. Mehr als das, es wurde grundsätzliche jede jüdische Präsenz in Palästina abgelehnt, unbesehen, ob es sich um Siedler, Grenzsoldaten oder IDF handelt. Präsident Mahmut Abbas will ein judenreines Palästina. 




Ein möglicher Landabtausch, rund um die Region Wadi Ara stieß auf heftigen Widerstand der dort lebenden arabischen Bevölkerung. Obwohl der größte Ort der Region, Umm al-Fahm bekannt dafür ist ganz besonders Hamas freundlich zu sein, entdeckten die Bürger auf einmal ihre Liebe für Israel und lehnten jede Umstrukturierung vehement ab. PM Benjamin Netanyahu machte sich deshalb auf, die Erfahrungen anderer Länder mit ähnlichen Problemen zu erforschen. Und er wurde fündig, in der Grenzregion zwischen den Niederlanden und Belgien. Dort hat man kreative Lösungen für weitaus verzahntere Topografien gefunden.

Blieben also die Siedlungen...... diese niemals endende Quelle von politisch fehlenden Feingefühl auf der einen Seite und dem sicheren Wissen um die Achillesferse Israels auf der anderen Seite. In diesem Punkt kann niemand helfen.


Also, das Rennen im Hamsterlaufrad geht in die 1. Verlängerung.